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Selbstgebaute Steadycam für unter 20€Ich habe mir zusammen mit meinem Cousin eine Steadycam gebaut. Steadycams sind "Gestelle", an denen man seine Kamera fixiert und damit filmt. Normalerweise werden Videos, die man ohne Stativ oder ähnliches gefilmt hat, verwackelt oder ähnliches, da man den Arm beim Laufen oder Stehen nicht immer ganz stabil halten kann. Steadycams sind also Stative, mit denen man rumlaufen kann. Durch Gewichte, die man an dem Gestell anbringt, wird eine Massenträgheit erzeugt, durch die Verwacklungen stark abgedämpft werden. Man kann sich das so vorstellen, wie wenn man mit seinen Arm in der Gegend herumfuchtelt. Dann ist der Arm leicht zu bewegen. Wenn man nun ein 3 Kg Gewicht am Arm hätte, könnte man nicht mehr so einfach herumwedeln, und die Bewegung werden langsamer und mehr gleitend. Beim Filmen ist das ein Vorteil, da zum Beispiel beim Verfolgen eines RC-Cars oder ähnlichem keine starken Verwackelungen im Video zu sehen sind und alles sieht gleichmäßiger aus.
So ein Stativ habe ich mir eben mit meinem Cousin zusammen gebaut. Durch eine Anleitung im Internet, von einem anderen, der sich schonmal eine Steadycam gebaut hat (http://www.cs.cmu.edu/~johnny/steadycam/)
Alles zusammen kostet 15-20€. Ohne Kamera natürlich.
Benötigtes Werkzeug: Zum Arbeiten braucht man eigendlich nur eine Bohrmaschine / Akkuschrauber und Schraubenzieher, eine Rohrzange, und wenn vorhanden, einen Schraubstock.
Benötige Teile: Für die Steadycam braucht man nicht viel. So gut, wie alles ist in jedem normalen Baumarkt erhältlich:
Rohre: 2 Rohre mit einer Länge von 30cm und 1 Rohr mit einer Länge von 20cm. Die Standartrohre im Baumakrt haben ein 1/2 Zoll Gewinde.
Endkappen: Zu den Rohren braucht man noch 3 Endkappen, die auf das Ende des Rohres geschraubt werden, um das Rohr abzuschlissen. Eine weitere Endkappe (nötig, bei ERWEITERUNG, siehe unten).
T-Stück: Um die Rohre zu verbinden, braucht man ein T-Stück, dass 3 Löcher hat.
Gewichte: Man braucht, um den Effekt der Trägheit zu erzeugen Gewicht. Am bessten eignen sich handelsübliche Hantel-Gewichtsscheiben mit 1-3 Kg, jeh nach dem, wie stark man ist, und wie lang man das Gewicht mit fast ausgestrecktem Arm halten kann.
Kleinteile: Man braucht noch eine 1/4 Zollschraube und 2 passende Muttern und einer Flügelmutter, die man meisstens unter dem namen Schraube mit Kameragewinde oder so findet. Leider sind solche schrauben und Muttern schwer zu finden, da es in Deutschland so gut, wie keine Schrauben mit Zollmaßen gibt. Man kann auch ein Stativkopf nehmen. Dazu jedoch später mehr.
Griffstück: Das Griffstück ist schnell gemacht. Man schraubt einfach das kürzeste Rohr (20cm) in das mittlere Loch des T-Stücks, sodass die anderen beiden Löcher zur Seite weggehen. Jetzt noch eine Endkappe an das freie Ende des Rohres schrauben und das wars auch schon mit dem Griffstück.
Endkappen: Bei den Endkappen wird es schon etwas schwerer. Man muss mit einem 5mm Bohrer mittig in die Oberseite der 2 übrigen Kappen ein Loch bohren. Durch dieses kommt später die Befestigung für die Kamera.
Kamerabefestigung: Wenn man ein altes Stativ hat, das man nicht mehr braucht bzw opfern kann, kann man den Kopf des Statives abschraben und durch das Loch einer Endkappe mit Loch festschrauben und hat eine perfekte Kameraaufnahme, die auch hält. Wenn man kein Stativ zur Hand hat, was man benutzen kann, kann man sich auch im Fotoladen ein kleines Ministativ kaufen. Man kann auch eine 1/4 Zollschraube nehmen, diese durch das Loch stecken, sodass der Schraubenkopf in der Innenseite ist, und das Gewinde oben aus der Endkappe rausguckt. Dann schraubt man von oben eine Mutter auf die Schraube, sodass sie feste auf der Kappe sitzt und nicht wackelt. Gegebenenfalls noch eine zweite Mutter auf die erste Schrauben, um diese zu "kontern". Dann von oben die Flügelmutter falschrum drauf, sodass die Flügel zum Schraubenkopf zeigen bzw zur Oberseite der Endkappe. Dann kann man die Kamera ca 1cm auf die Schraube schrauben, jeh nach Stativgewinde der Kamera und fixiert die Kamera von unten durch das anziehen der Flügelmutter zur Kamera hin.
Gewicht: Als erstes schraubt man die 30cm Rohre an die beiden freien Löcher an dem T-Stück. Oben (man kann sich aussuchen, wo oben und unten ist, da beide Enden noch gleich sind) kann man das Endstück mit der Kameraaufnahme hinschrauben. Unten lässt man das freie Ende erstmal frei. Wie gesagt, eignen sich Hantelgewichte am bessten. Gewichte gibt es, wenn man keins hat billig in Spotgeschäften, oder im Internet. Jetzt nimmt man das zweite Endstück mit 5mm Loch in der Mitte und schraubt von unten eine Platte dran. Die Platte (ca 5x5cm), kann rund oder eckig sein, ist eigendlich egal. Sie wird das das obere flache Ende der Kappe geschraubt (nicht die Seite, wo das Gewinde drin ist, sondern die andere), nachdem man mittig in die Platte auch ein Loch gebohr hat, um diese zu montieren. Dann einfach eine Schraube durch, die Gewichte auf die untere Stagefädeln und von unten die Kappe mit Platte Drunter schrauben, sodass die Gewichte nicht mehr runterfallen und von der Platte aufgehalten / stabilisiert werden.
Fertigstellung: Wenn die Gewichte dran sind, die 3 Endkappen an den richtigen Stellen montiert sind, und die Kamera sicher verschraubt ist, kann es auch schon losgehen. Wenn man merkt, dass die Steadycam zu leicht ist und zu stark wackelt, kann man mehr Gewichte montieren. Wenn man die Steadycam nicht halten kann, nimmt man einfach ein paar Kg weniger. Wenn man sich an die Führung gewöhnt hat, kann man wunderbar mit der Steadycam umgehen.
Benutzen der Steadycam: Eine Steadycam ist wie schon am Anfang beschrieben, ein Stativ zum tragen, um Verwacklungen beim Filmen zu minimieren. Man schraubt einfach die Kamera auf die Steadycam, überprüft ob alles stimmt und schon kann es losgehen. Steadycams sind nicht zum stillstehen und Filmen, sondern eher zum Flimen beim Laufen oder bei Aktivitäten, bei denen das Bild beim Freihandfilmen verwackeln würde. Man Hält normalerweise mit der linken Hand die Steadycam kurz unter der Kameraaufnahme am Rohr fest. Die rechte Hand ist rechts am Griff, der nach rechts von dem Mittelstück wegguckt. Mit der rechten Hand kann man Drehungen der Kamera steuern. Man sollte die Steadycam locker halten und nicht zu verkrampft, da die Arme sonst die Verwacklungen stärker an die Kamera abgeben. Wenn man die Steadycam so hält, wie irgenwas, was man trägt, und dabei gleitend läuft, hat man nahezu verwacklungsfreie Videoaufnahmen. Im Bereich RC kann man zum Beispiel neben oder hinter einem RC-Car herjoggen und im Video sieht es so aus, also würde man mit einem Auto neben dem RC-Car herfahren und nicht zufuß filmen.
Erweiterung: Ich habe mir für die Steadycam auch eine zweite Kameraufnahme gebaut, womit die Kamera unten an der Steadycam befestigt ist, wodurch man auch Aufnahmen nah am Boden machen kann. Das ist ganz einfach zu bauen. Man nimmt einfach ein 3cm breiten Alustreifen, mit einer Dicke von 3-5mm, biegt ihn jeh nah Kamera 3 mal nach 10cm um 90° oder bei einer hohen Kamera nach 10cm, 15cm, 10cm, oder bei einer breiten Kamera nach 15cm, 10cm, 15cm. Dann Bohrt man in das erste Stück, das bei mir 10cm lang ist, mittig ein Loch, also bei 5cm Länge und 1,5cm Breite, wieder mit einem 5mm Bohrer. Dann braucht man noch eine Endkappe, wieder mit 5mm loch in der Mitte und verbindet die Endkappe durch das Loch mit einer Schraube mit dem 3 mal gebogenen Alustreifen. Dann hält man die Kamera an dem anderen Stück (gegenüber von dem Stück mit der Endkappe) und makiert bei einer Breite von 1,5cm (mittig) die Stelle, an der die Aufnahme der Kamera für eine Stativschraube ist. Dann bohrt man dort ein Loch und schraubt von unten eine 1/4 Zollschraube durch, an der eine Mutter ist, und schraubt sie von unten in die Kamera, die an dem Alu ist. Dann dreht man die Mutter von unten gegen das Aluminum (vom Schraubenkopf weg), sodass die Schraube fest ist. Als Zusatz habe ich mir noch einen Displayschutz gebaut, indem ich ein 40cm Alurohr (ca 5mm druchmesser und 1mm Wandstärke) gebogen habe und an den freien Enden mit einem Hammer flach geschlagen habe, und Löcher in das flache Stück des Rohres gebohrt und in den Alustreifen (oben und unten) habe. Dann einfach mit 2 schrauben pro seite fixiert und fertig. Vorne habe ich noch einen kleinen alustreifen hingemacht, der als "Steinabweiser" dient.
Es wird noch ein Video folgen, das den Vergleich von Freihandfilmen und Filmen mit der Steadycam im Gelände zeigt. Dann sieht man direkt, wei viel eine Steadycam wirklich bringt. Ich finde den Effekt hervorragend!
By Doggy |
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